Warum Hackathons mir als Product Owner helfen

Warum Hackathons mir als Product Owner helfen - Andrea Quinting & Lukas Herwartz im Gespräch mit Oliver

Andrea Quinting und Lukas Herwartz von OBI sind bei Oliver zu Gast und sprechen über Hackathons aus der Sicht von Product Ownern. Andrea arbeitet im IT Portfolio Management, Lukas ist Tech Lead, und beide organisieren seit vier Jahren den jährlichen Hackathon bei OBI. Wer als Product Owner mitten im Sprint Alltag steckt, findet in diesem Format einen Weg, den Rhythmus für zwei Tage zu verlassen und Ideen auszuprobieren, für die sonst keine Zeit bleibt.

Ein Hackathon bei OBI dauert 48 Stunden. Mitarbeitende aus Tech, Logistik, Marketing und den Märkten bilden gemeinsam Teams von rund neun Personen. Vorab sammelt ein Ideation Board Vorschläge aus dem ganzen Unternehmen. Bei einem Teambindungstag wählen die Teilnehmenden die besten Ideen aus und finden sich zu Teams zusammen. Zwei Wochen später geht es am Mittwochmorgen los, am Freitagmorgen präsentieren sie ihren Prototyp vor einer hochrangigen Jury. Anders als im Workshop gibt es keine externe Moderation und kein festes Ziel. Der Scope entsteht erst in den ersten Stunden, und die Teams organisieren sich selbst.

Für Product Owner liegt der Reiz in den Grenzen, die im Alltag bremsen. Wer im Checkout arbeitet und ein Problem im Payment erkennt, kann dort kaum Prioritäten ändern, weil jedes Team ein eigenes Backlog und eigene Prozesse hat. Beim Hackathon fallen diese Hürden weg. Daten, Skills und Ansprechpartner aus allen Abteilungen sind vor Ort, und die Arbeit läuft in einer geschützten Umgebung statt in Produktion. Etwa 15 bis 20 Prozent der Teilnehmenden haben einen Product Owner Hintergrund, und sie reichen die meisten Ideen ein.

Die Rollen verschwimmen dabei schnell. In den ersten Stunden sortieren Product Owner Post its am Whiteboard und legen fest, was in 48 Stunden machbar ist. Das hilft, weil sich Teams sonst leicht verzetteln. Sobald die ersten Rückfragen der Entwicklung kommen, übernehmen sie UX Design, Testing oder die Präsentationsfolien. Entwickler schlüpfen ebenso in fremde Rollen, denn nicht jeder Skill steckt in jedem Team. Wer nicht programmiert, hilft mit Event Storming. So entsteht das, was sich viele von einem agilen Team wünschen: Alle erledigen die Arbeit, die gerade am wichtigsten ist.

Nach dem Finale landen Präsentationen und Aufzeichnungen bei den zuständigen Fachbereichen. Dort prüft man die Business Cases und rechnet nach, was der Weg in die Produktion kostet. Mehrere Ideen laufen inzwischen live. Eine Idee von vor drei Jahren hat jetzt die nötige Reife, und das ursprüngliche Team arbeitet wieder daran. Dazu kommt das Netzwerk, das über die zwei Tage hinaus trägt. Außerdem wünschen sich einzelne Bereiche eigene, kleine Hackathons. Dort gibt der Product Owner ein Thema vor, und das Team nimmt sich zwei Tage lang Zeit dafür.

Wer selbst Hackathons veranstalten will, plant früh. OBI beginnt sechs bis sieben Monate vorher, verteilt jede Aufgabe doppelt und kommuniziert großzügig, mit Save the Date und einem umfangreichen FAQ. Gutes Essen und ein Mitternachtssnack bringen mehr als jede Zusatzfunktion. Feldbetten waren dagegen fast überflüssig. Kicker, Tischtennis oder ein gemeinsam geschautes WM Spiel sorgen für Pausen, ohne den Schwung zu bremsen. Wenn ein Programmteil nicht klappt, fällt er weg, solange der Kern stimmt.

Andrea und Lukas raten jedem Product Owner, einmal bei Hackathons mitzumachen. Es macht Spaß, bringt neue Techniken, neue Kontakte und frische Blickwinkel auf das eigene Produkt. Zwei Tage harte Arbeit fühlen sich laut den beiden kaum so an, und wer ein eigenes Thema mitbringt, erlebt am Ende, wie daraus echter Mehrwert für die gesamte Organisation entstehen kann.

Habt ihr schon einmal an einem Hackathon teilgenommen oder sogar organisiert? Möchtet ihr jetzt auch an einem Hackathon mitwirken, aber ihr wisst immer noch nicht ganz wo ihr anfangen sollt? Teilt eure Fragen und Erfahrungen zu diesem Thema doch gerne mit uns und der Community auf LinkedIn oder unter diesem Blogpost!

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