In dieser Podcast Folge sprechen Oliver und Tim darüber, wie Vibe Coding gerade die Art verändert, wie Produkte entstehen und welche Auswirkungen das auf die Rollen von Product Ownern und Developern hat. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass immer mehr Produktmenschen selbst anfangen zu bauen und nicht mehr nur Konzepte, Anforderungen oder Prototypen liefern.
Vibe Coding macht es möglich, in sehr kurzer Zeit funktionierende Software zu entwickeln. Entscheidungen werden direkt im Code sichtbar und Umwege über Dokumente oder Abstimmungsschleifen fallen weg. Das fühlt sich befreiend an und erzeugt eine enorme Geschwindigkeit. Produktideen lassen sich unmittelbar ausprobieren, verändern oder auch wieder verwerfen. Genau darin liegt eine große Chance, denn Lernen passiert schneller und greifbarer als früher.
Gleichzeitig verschiebt sich der Fokus stark in Richtung Product Delivery. Wer selbst entwickelt, trifft laufend Produktentscheidungen aus dem Bauch heraus. Feedback von echten Nutzerinnen und Nutzern tritt dabei leicht in den Hintergrund. Annahmen bleiben ungeprüft und persönliche Vorlieben bekommen ein hohes Gewicht. Product Discovery wird schnell zur Nebensache, obwohl sie gerade in dieser neuen Geschwindigkeit an Bedeutung gewinnt. Wenn alles baubar erscheint, wird die Frage nach dem eigentlichen Problem umso wichtiger.
Ein weiterer Effekt von Vibe Coding zeigt sich in der Verantwortung. Wenn eine Person Produkt und Umsetzung vereint, verschwimmen bekannte Grenzen z.B. aus dem Scrum-Framework. Das kann effizient sein, birgt aber Risiken. Technische Qualität, Wartbarkeit und langfristige Kosten lassen sich ohne erfahrene Sparringspartner schwer einschätzen. Gleichzeitig wächst die Gefahr, sich zu stark mit dem eigenen Ergebnis zu identifizieren und schlechte Entscheidungen nicht rechtzeitig zu korrigieren.
Trotzdem entsteht durch Vibe Coding ein neues Verständnis füreinander. Product Owner entwickeln mehr Empathie für technische Herausforderungen, weil sie sie selbst erleben. Entwicklerinnen und Entwickler profitieren von klareren Vorstellungen, weil Ideen direkt greifbar werden. Diese Nähe kann Zusammenarbeit stärken, wenn sie bewusst gestaltet wird und nicht zur Abschottung führt.
Am Ende läuft alles auf eine zentrale Frage hinaus. Nutzt ein Team Vibe Coding, um schneller beliebige Lösungen zu bauen, oder um schneller herauszufinden, welche Probleme es wirklich wert sind, gelöst zu werden. Vibe Coding verändert Rollen, Werkzeuge und Erwartungen. Ob Product Owner und Developer dadurch verschmelzen, hängt weniger von der Technologie ab als davon, wie konsequent Produktdenken, Nutzerfeedback und wirtschaftliche Verantwortung weiterhin gelebt werden.
Erwähnte Podcastfolgen:
-
Vom Entwickler zum Product Owner
https://produktwerker.de/vom-entwickler-zum-produkt-owner/ -
Ist Vibe Coding relevant für die Produktentwicklung?
https://produktwerker.de/ist-vibe-coding-relevant-fuer-die-produktentwicklung/ -
Einfluss von AI auf Produktentwicklung durch Context Engineering
https://produktwerker.de/einfluss-von-ai-auf-produktentwicklung/ -
Umgang mit Produktrisiken
https://produktwerker.de/umgang-mit-produktrisiken/v -
Das Problem mit dem Minimal Viable Product
https://produktwerker.de/das-problem-mit-dem-minimal-viable-product/
Weitere Quellen & Links:
-
Builder Codex https://pirateskills.com/build/codex
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Podigee. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenWas sind deine Erfahrungen mit Vibe Coding? Denkst du die Developer und Product Owner Rollen werden immer weiter verschmelzen? Teile deine Meinungen und Erfahrungen mit dem Thema Vibe Coding doch mit uns und der Community auf LinkedIn oder unter diesem Blogpost!